Kobras trotzen Verletzungen und hitziger Atmosphäre

Die Dinslakener Kobras haben ihre Auswärtsaufgabe beim Neusser EV erfolgreich gelöst, mussten dafür jedoch einen hohen Preis zahlen. Beim 5:1 (1:0, 1:1, 3:0) Erfolg gegen das Schlusslicht der Regionalliga stand am Ende zwar ein klarer Sieg, doch überschattet wurde die Partie von zahlreichen Fouls, vielen Strafminuten und mehreren verletzungsbedingten Ausfällen.

Knapper Kader, schwierige Bedingungen

Schon vor dem ersten Bully war klar, dass es für die Kobras kein einfacher Abend werden würde. Mit einem ohnehin reduzierten Aufgebot, Bleyer, Orth und Karg fehlten krankheitsbedingt, ging Dinslaken ins Spiel – und im Verlauf der Begegnung lichteten sich die Reihen weiter. Verletzungen, eine Spieldauerstrafe sowie lange persönliche Strafen führten dazu, dass die Kobras die Partie schließlich nur noch mit elf Feldspielern beendeten. Trotz dieser Umstände bestimmten die Gäste über weite Strecken das Geschehen, was sich auch in der klaren Torschussbilanz von 46:24 widerspiegelte.

Geduldsspiel im ersten Drittel

Auf der kleinen Eisfläche in Neuss benötigten die Kobras zunächst Anlaufzeit. Der Spielfluss war ungewohnt, klare Torchancen blieben lange aus. Stattdessen verletzte sich Edmund Junemann, als ein Neusser Spieler auf sein Bein fiel und musste das Spiel bereits früh beenden. Erst in der 17. Minute zahlte sich die Geduld aus: Dorian Hanna vollendete einen Angriff nach Zuspiel von Matthew Giannini und Lennard Gatz zur verdienten 1:0-Führung.

Ausgleich – und schnelle Antwort

Auch im zweiten Drittel blieb die Begegnung offen. Neuss nutzte eine Unaufmerksamkeit der Gäste und kam durch Thimo Dietrich zum 1:1-Ausgleich. In der 30. Minute wurde Dennis Mensch vom Schiedsrichtergespann duschen geschickt. Was war passiert? Nach einem harten Stockschlag eines Neusser Spielers gegen Mensch, bei dem dessen Schläger sogar zerbrach, revangierte sich der Verteidiger der Kobras mit einem Stockcheck, der aus Sicht der Schiedsrichter den Kopf- und Nackenbereich traf und somit eine 5 plus Spieldauerdisziplinarstrafe zur Folge hatte. Dinslaken ließ sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen. In der 35. Minute brachte Peter Kovacs die Kobras nach Vorarbeit von Nicolas Herringer und Nils Nemec erneut in Front. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kobras mehr Spielanteile, ließen jedoch noch die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen.

Kobras drehen im Schlussdrittel auf

Erst im letzten Abschnitt zogen die Gäste das Tempo deutlich an. Mit mehr Druck und besserer Struktur setzten sie Neuss nun dauerhaft unter Zugzwang. Michal Cychowski erhöhte in der 42. Minute, durch einen an ihm verursachten Foul, durch einen Penalty auf 3:1 und leitete damit die Entscheidung ein. Doch zuvor mussten die Kobras einen weiteren Nackenschlag hinnehmen. Matthew Giannini wurde durch einen hohen Stock eines Neusser Spielers mit dem Schläger im Gesicht getroffen, sodass auch für ihn 10 Minuten vor dem Ende das Spiel bereits beendet war. Der Kanadier im Dress der Kobras blutete aus dem Mund und hatte zudem mehrere abgebrochene Zähne, die ein weiterspielen nicht zuließen. Warum der Neusser Spieler für dieses Foul mit Verletzungsfolge nur 2+2 Strafminuten erhielt und nicht härter bestraft wurde, verstand bei den Kobras niemand. In der Folge baute Nicolas Herringer den Vorsprung weiter aus, ehe Cychowski mit seinem zweiten Treffer des Abends den Schlusspunkt setzte. Allem Unglück zufolge knickte Lias Töbel kurz darauf ohne Fremdeinwirkung mit dem Knie weg, sodass auch er nicht mehr weiterspielen konnte. Nach einem harten, aber fairen Check von Maxim Chakleine, kam es zwischen zwei Neusser Spielern und dem Dinslakener Verteidiger am Ende noch zu einer handfesten Auseinandersetzung. Während die beiden Neusser Spieler erneut nur mit kleinen Strafen wegen übertriebener Härte bedacht wurden, erhielt Chakleine neben 2 Minuten für den Check zusätzlich 5 Minuten wegen Faustkampf und eine weitere 10-minütige Disziplinarstrafe, sodass auch er, als fünfter Spieler der Kobras, an diesem Abend die Schlusssirene nicht mehr erleben sollte.

Viele Strafen sorgen für Kopfschütteln

Trotz des sportlichen Erfolgs blieb vor allem die unnötige Härte in Erinnerung. Die Partie entwickelte sich ab Mitte des Spiels zunehmend hitzig, was in insgesamt 64 Strafminuten mündete. Trainer Max Piotrowski zeigte sich nach dem Spiel deutlich irritiert über die aggressive Gangart:
„Die Intensität hatte teilweise nichts mehr mit sportlichem Wettkampf zu tun. Wenn Aktionen die Gesundheit der Spieler gefährden, hört für mich der Spaß auf.“

Ungeachtet der widrigen Umstände zog Piotrowski ein insgesamt sachliches Fazit:
„Wir haben gebraucht, um ins Spiel zu kommen, aber mit zunehmender Dauer klar die Kontrolle übernommen. Am Ende ist der Sieg verdient – auch wenn wir ihn uns unnötig schwer gemacht haben.“

Mit dem Erfolg in Neuss bleiben die Kobras weiter auf Playoff-Kurs. Nun richtet sich der Fokus jedoch auch darauf, dass sich die personelle Situation schnell entspannt.

Bei Giannini, der mittlerweile den Ersten von wohl mehreren Zahnarztbesuchen hinter sich hatte, besteht bei den Kobras die Hoffnung, dass er am kommenden Freitag wieder auflaufen kann. Ob Junemann und Töbel in dieser Saison noch mal in Spielgeschehen eingreifen können steht allerdings noch in den Sternen.

 

Statistik
Tore Kobras: Hanna, Herringer, Kovacs, Cychowski (2)
Tore Neuss: Dietrich
Strafminuten: Kobras 6 (5+10 Chackleine) (5+20 Mensch) – Neuss 18
Zuschauer: 149